Beim Umzug ist der Umzugskarton oft das meistgenutzte – und zugleich das am meisten unterschätzte – Hilfsmittel. Ein guter Karton muss hohe Belastungen aushalten, leicht zu tragen sein und darf nicht nachgeben, wenn er mehrfach gestapelt oder bewegt wird. Dabei gibt es große Qualitätsunterschiede zwischen den in Skandinavien erhältlichen Modellen.
Testfakta beauftragte das unabhängige Prüflabor PZT in Wilhelmshaven, insgesamt 11 Umzugskartons zu testen. Um faire Vergleichsbedingungen zu gewährleisten, wurde von jedem Hersteller das jeweils stabilste Modell ausgewählt – sofern mehrere Varianten erhältlich waren. Geprüft wurde, wie gut die Kartons den typischen Belastungen bei einem Umzug standhalten. Der Fokus lag dabei auf Stabilität, Konstruktion und praktischer Handhabung – Eigenschaften, die in der Realität darüber entscheiden, ob ein Karton den gesamten Umzugsprozess übersteht: vom Packen über den Transport bis hin zur Lagerung und möglichen Wiederverwendung.
Die getesteten Kartons wiesen eine Materialstärke von 4 mm bis 6,6 mm auf – was die Tragfähigkeit deutlich beeinflusst.
– Wenn Kartons mit schweren Gegenständen gefüllt werden, ist die Materialstärke entscheidend, erklärt Thorsten Kutzner, der Testleiter bei PZT.
– Kartons aus 4–5 mm Wellpappe sind für schwere Lasten meist ungeeignet. Um ausreichend Stabilität beim Heben und Stapeln zu gewährleisten, sollte die Pappe mindestens 6 mm dick sein.
Der klare Testsieger war der Rusta Pro Karton mit 6,4 mm dicker Wellpappe – er überzeugte durch hohe Tragkraft und angenehmen Tragekomfort.
– Der Karton von Rusta war selbst bei schwerer Beladung sehr angenehm zu tragen. Die hohe Materialqualität, ein durchdachtes Faltkonzept und ergonomisch gestaltete Griffe tragen entscheidend dazu bei, so Kutzner.
Rusta war außerdem der einzige Karton, der im Test hohe Punktzahlen beim Öffnen und Schließen der Deckellaschen erzielte. Das Modell verfügt über eine etwas andere Verschlusslösung als die übrigen Kartons, deren Laschen durchweg als schwer zu handhaben bewertet wurden.
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Auch der Jula Pro erhielt gute Bewertungen für Tragekomfort. Beide Modelle verfügen über stabile, nach innen gefaltete Laschen, die die Hände beim Tragen schützen. Bei den übrigen Kartons variierte der Komfort erheblich – insbesondere Shurgard und ÖoB fielen durch scharfe Kanten auf, die beim Tragen voller Kartons schmerzhaft in die Hände schnitten.
Im Drucktest wurden die Kartons von oben belastet, um das Stapeln unter realistischen Bedingungen – etwa im Keller oder bei feuchtem Wetter – zu simulieren. Der Umzugskarton von Rusta hielt im trockenen Zustand einem Druck von 406 kg stand, bevor er einknickte, während der Karton von Byggmax bereits bei 199 kg nachgab. Die Kartons von Biltema, ÖoB und Byggmax rissen bei weiterem Druck an mehreren Seiten, während die übrigen nur einknickten.
Bei Feuchtigkeit wurden alle Kartons empfindlicher gegenüber Belastung. Es ist zu beachten, dass in der Praxis Kartons oft schief gestapelt oder ungleichmäßig beladen sind – was bedeutet, dass sie in der Realität deutlich weniger Gewicht tragen können als im Test gemessen.
Die Untersuchung von Testfakta zeigt große Qualitätsunterschiede. Nur zwei Umzugskartons bestanden alle Testpunkte:
Rusta Pro – Bester im Test
Jula Pro – erhielt das Gütesiegel Verified Quality aufgrund hoher Material- und Verarbeitungsqualität
Für Verbraucher kann die richtige Wahl zu weniger beschädigten Kartons, einfacherer Handhabung und einem sichereren Umzug führen, meint Thorsten Kutzner:
– Die Unterschiede sind beträchtlich, und längst nicht alle Kartons eignen sich für hohe Lasten oder das Stapeln mehrerer Kartons übereinander. Für Käufer ist es im Geschäft praktisch unmöglich, die Tragfähigkeit vorab zu beurteilen. Die Testergebnisse bieten eine wertvolle Orientierungshilfe – besonders in Bezug auf Tragekomfort und Belastbarkeit beim Stapeln.
